Sonntag, 29. April 2012

Bundesweite Resonanz zur Otto-Mueller-Ausstellung

Zwickau.- Die seit 5. Februar in den Kunstsammlungen in der Lessingstraße 1 zu sehende Retrospektive des „Brücke“-Künstlers Otto Mueller findet am Sonntag, dem 6. Mai 2012, ihren Abschluss mit dem Museumssalon.
Mittlerweile begeisterten sich ca. 2.500 Besucher für das in solchem Umfang selten zu sehende Werk Otto Muellers. Damit ist die Besucherresonanz auf die Ausstellung Einfach · Eigen · Einzig. OTTO MUELLER 1874 – 1930, Wegbereiter der „Künstlergruppe Brücke“ und deren „selbstverständliches Mitglied“ ähnlich der wie zur großen Fritz von Uhde-Ausstellung im letzten Jahr. Doch nicht nur die Zwickauer kamen in die Ausstellung, sondern vor allem auch zahlreiche Besucher und Mueller-Freunde aus allen Teilen Deutschlands, u. a. aus Stuttgart und Berlin. Die zusätzlichen Sonntagsführungen wurden von den Gästen ebenfalls gern genutzt, um tiefere Einblicke in das Leben und Werk des Künstlers zu erhalten.
Die Abschlussveranstaltung zur Otto Müller-Ausstellung bietet eine gute Gelegenheit, mehr über die Künstlergruppe „Brücke“ zu erfahren, die von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Fritz Bleyl gegründet und von Emil Nolde, Max Pechstein und Otto Mueller vorübergehend oder dauerhaft begleitet wurden. Die Gruppe legte das Fundament für den deutschen Expressionismus. Ab 15 Uhr beschäftigt sich der Film „Die Unverfälschten“ (ARTE 2005) mit der Entwicklung der kreativen Künstlergruppe. Begleitet wird der Film von einem Vortrag des Ausstellungskurators Dr. Hans-Dieter Mück mit anschließender Gesprächsrunde.

museumBis vor wenigen Jahren ist das einzigartige Werk des Künstlers Otto Müller immer wieder sehr einseitig als „lyrisch“ und „romantisch“ interpretiert worden. Die 2010 gegründete „Otto Mueller-Gesellschaft“ (mit Sitz in Weimar) hat mit diesem Ausstellungsprojekt und den begleitenden Publikationen mit einem Vorurteil aufgeräumt: Otto Mueller ist weniger als passiver Empfänger fremder Einflüsse zu sehen, sondern eher als aktiver Impulsgeber auch für andere Künstler. Unabhängig vom sogenannten „Brücke“-Stil entwickelte er durch die prägenden Arbeitsaufenthalte an den Moritzburger Seen bei Dresden seinen eigenen Personalstil. Dieser bestätigt eindrucksvoll Muellers Modernität und seine Bedeutung für die Kunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Auch in seinen Aktdarstellungen, die der Künstler in vielen Varianten schuf, hob er sich ganz wesentlich von zeitgenössischen Künstlern ab. Muellers selbstbewusst wirkende Mädchen und junge Frauen sind eins mit der Natur und mit sich selbst und lassen sein Ziel, „mit größtmöglicher Einfachheit, Empfindung von Landschaft und Mensch auszudrücken“ (O. Mueller, 1919) bildhaft werden.

Ein zweibändiger Katalog (25 Euro) mit Abbildungen der 127 ausgestellten Werke aus öffentlichem und privatem Besitz sowie neueren Forschungen mit einer Auswertung zahlreicher originaler Dokumente ist an der Museumskasse erhältlich.

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